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08 Nov

25-jähriges Jubiläum der C. G. Jung-Gesellschaft Köln mit dem Festvortrag "Vergottung der Seele" von Navid Kermani und anschließender Feier im Wallraf-Richartz-Museum

Die C. G. Jung-Gesellschaft Köln feierte am 4. Oktober 2019 ihr 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass hatte sie zu einer öffentlichen Festveranstaltung eingeladen. Der Einladung in den Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums folgten an diesem Abend fast 300 Personen.

Nach der Begrüßung stellte die 1. Vorsitzende, Dr. Susanne Gabriel, die Ziele und Aufgaben der 1994 gegründeten, gemeinnützigen C. G. Jung-Gesellschaft Köln vor.

C. G. Jung hat sich zeitlebens intensiv auch mit spirituellen bzw. religiösen Themen und ihren verbindenden symbolischen Elementen auseinandergesetzt. In seinem umfangreichen Werk nehmen Fragen und Themen der Religionspsychologie, für Jung über alle konfessionellen Grenzen hinweg, einen breiten Raum ein. Da auf dieser Basis auch ein Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen mitbegründet werden kann, war das Thema des Festvortrages von Navid Kermani "Vergottung der Seele- von Ibn Arabi bis C.G. Jung" hochaktuell.

Der in Köln lebende iranische Schriftsteller und habilitierte Orientalist Navid Kermani, Träger vieler Auszeichnungen und Preise , unter anderem des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und Autor zahlreicher Bücher, hat sich auch um den Dialog der Religionen in vielen seiner Arbeiten verdient gemacht hat. In seinem Festvortrag wurde der Spannungsbogen zwischen islamischer Mystik und der Tiefenpsychologie C. G. Jungs deutlich. Navid Kermani verdeutlichte vor allem die Spiritualität im Menschenbild der Analytischen Psychologie und erwähnte, dass er Jungs religionspsychologische Texte für "eine der tiefsinnigsten religiösen Studien des 20. Jahrhunderts" hält.

Ibn Arabi, der im 13. Jahrhundert wirkte, ist für Navid Kermani "der größte Meister des Sufismus". Auch heute beten an seinem Grab in Damaskus Tausende Gläubige und, so berichtet Kermani, hat der bekennende Sufismus, der in den meisten muslimischen Ländern unterdrückt und teilweise heftig verfolgt wird, in den aktuell politisch unruhigen Zeiten eher zugenommen. Navid Kermani, der der islamischen Mystik nahe steht, hat in seinem Vortrag zahlreiche Verbindungen zwischen Ibn Arabi und C. G. Jung aufgezeigt: von der erotischen Gottesliebe der Sufis zu den archetypischen Seelenkräften Anima und Animus, vom Gottesbild des Sufismus zum Selbst bei C. G.Jung.

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus war für C. G. Jung in der menschlichen Seele angelegt, so wie auch Ibn Arabi die Vereinigung von Seele und Gott als höchstes Streben betrachtet. Im Verhältnis von irdischer bzw. sexueller Liebe zu göttlicher Liebe sowie im Verständnis von Jesus Christus sah Kermani die Unterschiede zwischen der christlichen Mystik und der islamischen Mystik. Nach Navid Kermani sei für Ibn Arabi "die göttliche Wahrheit in allen Religionen, in allen Erscheinungen der Sexualität, der Zivilisation, selbst in den alltäglichen Erfahrungen zu finden."

Im Anschluss an den Festvortrag setzte sich die Jubiläumsfeier im Foyer des Wallraf-Richartz-Museums mit 130 Personen fort. Dabei hielten der Initiator und Gründer der C. G. Jung-Gesellschaft Köln und langjährige 1. Vorsitzender Dieter Schnocks, unsere Ehrenvorsitzende und langjährige 1. Vorsitzende Prof. Dr. Brigitte Dorst und der langjährige 1. Vorsitzende und jetzige 2. Vorsitzende Thomas Schwind spannende, interessante und unterhaltsame Reden zu den Themen "Wie fing alles einmal an?", aber auch "Wie soll es denn heute weitergehen?". Der Abend verging durch die anschließenden intensiven Begegnungen und Gespräche sowie reichlichem Tanz wie im Fluge.

Der Vortrag von Navid Kermani wird nicht nur in seinem neu erscheinenden Buch "Morgen ist da: Reden" erscheinen. Die C. G. Jung-Gesellschaft Köln plant, den eigens für unser Jubiläum geschriebenen Festvortrag als Sonderdruck zu veröffentlichen.

Gelesen 43 mal Letzte Änderung am Freitag, 08 November 2019 16:05

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